Andi on Tour

Travel the world.

Endlich mal ein nahezu regenfreier Tag, es kamen nur vereinzelt ein paar Tropfen nieder. Warm war es deshalb trotzdem nicht. Wir waren wieder früh auf den Beinen, da wir vor hatten Chengdu zu erreichen und dies ein gutes Stück entfernt lag von Mianyang. Es lagen keine Berge mehr dazwischen, doch ein großer Teil der Strasse war eine reine Schlammgrube... so viel zu unseren sauberen Rädern. Jin schien an dem Tag nicht sehr fit zu sein und je später es wurde, um so langsamer wurde er. Ich musste mehrmals auf ihn warten und wir legten ca. alle 20 km eine kleine Pause ein. Wir erreichten Chengdu erst so gegen 18 Uhr und es fing bereits an dunkel zu werden. Das Guesthouse, welches ich mir aus dem Internet rausgesucht hatte, war schnell gefunden, doch leider nichts mehr frei. Jin kannte noch eins im Süden der Stadt, doch dies war nicht so leicht zu finden, da Jin mit keiner Karte so richtig zurecht kam. Wir hielten an jeder Kreutzung, weil er wieder nach dem Weg fragen wollte. Eine weile lies ich dies über mich ergehen, dann wurde es mir zu viel, da ich sehr müde war und ich eine warme Dusche sehnlichst vermisste. Ich lies mir die Adresse geben, nahm die Karte zur Hand und im nu waren wir im Guesthouse. Eine heiße Dusche, die ganzen Klamotten in die Waschmaschine, was kleines zu essen und müde aber glücklich ins Bett fallen.

Tageskilometer: 143,41 km
Fahrzeit: 8:56:32
Höhenmeter: 378 m

Gesamt Kilometer: 5512 km
Gesamt Höhenmeter: 39109 m

heutige Ausgaben: 5 Yuan - Essen
10 Yuan - Essen
25 Yuan - Hotel
5 Yuan - Essen
35,4 - Saft, Milch, Bier, Erdnüsse
Gesamt Ausgaben: 4806,10 Yuan  

Den Vormittag verbrachte ich im kostenlosen Internet von Holly's Guesthouse, welches übrigens sehr schön im tibetischen Viertel liegt. Dann verabschiedete ich mich von Jin, der sich eine andere Unterkunft suchen wollte, da er vor hatte sehr lange in Chengdu zu bleiben.

Später bekam ich dann eine SMS von Lin JunJian, den ich in Linfen getroffen hatte. Er fragte wann ich in Chengdu ankommen würde, er hätte einer Kollegin von meiner Reise erzählt und da sie Reporterin der Chengdu Morgenzeitung (Chengdu Zao Bao) war, wollte sie mich interviewen. Kurz nach dem ich zurück geschrieben hatte, dass ich bereits am Vorabend in Chengdu eingetroffen war, kam auch schon die SMS von der Reporterin und bat um ein Treffen. Nach einigen SMS später wurde ich im Guesthouse von zwei Reporterinnen interviewed. Ich war anfangs ganz schön nervös, hatte sowas noch nie gemacht. War aber sehr nett und lustig... da alles auf chinesisch, war nicht so einfach. Dann traf noch der Fotograf ein und es wurden einige Fotos von mir und meinem Fahrrad geschossen (leider ohne Gepäck). Im Anschluss hatte ich ganz vergessen zu fragen wann und in welcher Zeitung ich den Artikel finden könnte. Aber ich hatte ja ihre Handynummer. Sie meinte der Artikel wäre bereits am nächsten Morgen in der Zeitung.

Am nächsten Morgen konnte ich es kaum erwarten, ging gleich auf die Strasse und fragte eine Zeitungsverkäuferin nach der Zeitung, die ich gleich durchblätterte. Als ich den Artikel fand kaufte ich gleich drei Ausgaben, zum großen Erstaunen der Verkäuferin. Anschließend bekam mein Fahrrad eine gründliche Reinigung und dann ging es auf die Suche nach einem guten Fahrradgeschäft. Ich hatte kein gutes Gefühl bei den neuen Bremsbelägen, die ich nun hinten drin hatte. Diese hatten eine ganz andere Form als die originalen und ich war mir ziemlich sicher, dass es nicht die richtigen waren. Sie hatten sich auch extrem abgenutzt auf der kurzen Strecke bis Chengdu und auch nicht gleichmäßig. Leider versicherte mir das Fahrradgeschäft, dass ich die gleiche Form wie die originalen in ganz China nicht bekommen könnte. Dann stand noch ein Kauf neuer Pedale an. Über die Qualität meiner teuer gekauften Xpedo Pedale war ich sehr enttäuscht. Die Lager machten bereits nach etwas mehr als 3000 km schlapp, bis CHangdu konnte ich diese nur durch ständiges ölen einigermaßen gangbar halten. Klar, ich hatte noch Garantie auf die Teile, aber was nützt die hier und ich kann nicht original Verpackung und Kaufzettel von allen Parts mitschleppen.

Am Nachmittag traf ich in Dave's Bar auf Inga und Frauke. Beide sind aus Deutschland und studierten Lehramt. Inga war nun für zwei Monate in dem kleinen tibetischen Dorf Dawu, im Westen von Chengdu, als englisch Lehrerin tätig. Frauke kam sie dort besuchen und nun reisen sie noch weiter nach Süden, nach Laos und Thailand. In Dawu steht ein Waisenkinderdorf, aufgebaut von dem Tadra-Projekt (www.tadra.de). Die beiden schwärmten so davon, dass ich beschloss doch erst noch weiter nach Westen zu fahren um auch dieses Dorf zu besuchen.

Am Abend gingen wir noch essen, liefen aber ewig durch die Stadt, bis wir endlich ein kleines Restaurant fanden, dass auch gebratene Nudeln hatte. Witzig war, dass kurz nach dem wir bestellt hatten, einer aufgeregt mit einer Zeitung auf mich zu kam und mir den Artikel zeigte und fragte ob ich dies auf dem Bild sei. Das war natürlich das highlight für alle im Restaurant und ein kleiner Junge schoss ein Bild von mir mit seinem Handy. Abends trafen wir noch Sandra, die Nachfolgerin von Inga, sie war gerade im Hostel eingetroffen. Sie werde ich dann kontaktieren, wenn ich in Dawu ankomme.

Den nächsten Tag schlief ich sehr lange und setzte mich dann ins Cafe des Guesthouses um meine Homepage und Reiseberichte auf den neuesten Stand zu bringen. Inga und Frauke hatten in der Zwischenzeit einen Kochkurs hier. So durfte ich immer wieder etwas von ihren guten Gerichten probieren... sehr lecker. Hier nochmals vielen Dank an euch zwei für all die Informationen, das gute Essen und den Hadak. Es hat mich sehr gefreut euch in Chengdu getroffen zu haben.

Ich blieb nun doch noch einen Tag länger um mich auf die anscheinend etwas schwierige Strecke besser vorzubereiten. Obwohl der Sonntag ein guter Tag gewesen wäre zum radeln, die Sonne schaffte es fast durch die Wolkendecke. Die ganzen Tage die ich nun in Chengdu verbracht habe hat es nicht ein einziges mal geregnet, wahrscheinlich gehts wieder los sobald ich im Sattel sitze.

Lin JunJian machte mir heute noch ein Jobangebot. Irgend etwas mit ihm zusammen aufziehen. Spielt aber auch nicht so wirklich eine Rolle, denn dies würde bedeuten die Reise abzubrechen und dies kommt nicht in Frage. Da muss schon was böses passieren, dass ich mir meinen Traum nicht vollends erfülle.

heutige Ausgaben: 100 Yuan - Hotel
28,5 Yuan - Spray für meine Knie
5,5 Yuan - Essen
15 Yuan - Essen
14,9 Yuan - Getränke
30 Yuan - Rasiergel
1,5 Yuan - 3 Zeitungen
8,5 Yuan - Essen
290 Yuan - Pedale
99 Yuan - Gamaschen
30 Yuan - 3 Bier
6 Yuan - Essen
10 Yuan - Kaffee, Yoghurt
15 Yuan - Essen
3 Yuan - Essen
28 Yuan - Wörterbuch
5 Yuan - Gebäck
24 Yuan - Saft, Erdnüsse, Kekse
63 Yuan - Indisch Essen
Gesamt Ausgaben: 5583 Yuan  

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