Andi on Tour

Travel the world.

Am Morgen musste ich noch warten, die Hoteldame war mit meinem Pass noch bei den Behörden um meinen bis jetzt noch nicht vorhanden Regristrierungsstempel zu holen :-). Ich nutzte die Zeit um gemütlich mein Zeug zu packen, einzukaufen und ein paar Tee zu trinken. An der Grenze ging es relativ schnell (2 Stunden), da ich nicht in der Autoschlange warten musste und gleich dran kam. Allerdings wurde ich von drei russischen Beamten eine halbe Stunde lang mit meinem Passfoto verglichen... ja ich weiss meine Haare sind länger, ich bin schon wieder ein Jahr älter und ich seh vielleicht grad etwas zerzaust aus, aber ich bins... wirklich! Ach ja, und meinen Namen kenn ich auch noch... Andreas, danke der Nachfrage.

Auf der mongolischen Seite ging alles viel besser und vor allem sehr freundlich zu. Das "Welcome to Mongolia and enjoy your stay" hat das ganze noch versüßt. Ein tolles Gefühl hier zu sein. Die Menschen sind hier so freundlich, aus allen Autos wird gewunken und freundlich gehupt. Aber es wurde mit 40 C so dermaßen heiß, dass ich nur sehr langsam voran kam. An einer Stelle hörte ich ein so jämmerliches und verzweifeltes Wimmern, dass ich anhielt und mich um sah. Da saß ein junger Welpe hinter einem kleinen Baumstumpf, der kaum größer war als er und versuchte verzweifelt sich vor der brennenden Sonne zu schützen. Was macht dieses arme Ding denn hier im nirgendwo, weit und breit nichts. Ich lief zu ihm hin und brachte ihn dazu mir zu meinem Fahrrad zu folgen. Hechelnd und heulend drückte er sich an meine Füße. Ich gab ihm erstmal Wasser, was er auch sofort ausschleckte. Doch der Kleine war einfach so geschwächt und müde, den konnte ich unmöglich hier lassen. Da die nächste Stadt nicht all zu weit weg sein sollte, bastelte ich aus der Ikea-Tasche einen Lenkerbeutel, wo ich ihn hinein setzte und mit ihm zur Stadt fuhr. Dort kaufte ich ihm noch eine Wurst, damit er auch noch was zu beißen hatte. Während ich im Geschäft war fing er sofort wieder zu heulen an und die Wurst kauen konnte er auch nicht, ich musste ihm die in häppchen reichen. So, was nun tun mit dem, mitnehmen auf meiner Tour wollte ich eigentlich nicht. Da kamen mir ein paar kleine Kinder gerade recht, denen ich den Kleinen süssen andrehen konnte. Die hatten sich auch sehr schnell mit ihm angefreundet und nach einem kleinen sprachlichen Missverständnis hieß er auch schon Scott :-).

Gegen Abend kam ein schöner Rückenwind auf und trug mich an dieses tolle Flussufer. Bruno, ein franzose, der seit 1990 mit seinem 4x4 Landrover in der Welt herum reist sah mein Zelt und gesellte sich zu mir. Er konnte mir sehr tolle Tips über die Mongolei geben und erzählte mir von einem französischen Päärchen, dass mit ihren Rädern auf Weltour unterwegs sei und ich die evtl. treffen könnte. Ich werde die beiden mal per E-mail anschreiben.

Trip distance: 75.69 km
Time: 4:25:57
Altitude: 430 m

Total distance: 865 km
Total altitude: 7,253 m

Today's spending: 1950 Tugrik - sausage and drinks
2300 Tugrik - food
Total expense: 4250 Tugrik  

Hits: 2280

So ein misst, als ich meine Augen öffnete wurden meine schlimmen Befürchtungen vom Abend davor war. Über mir krabbelte und wuschelte es nur so... alles voll mit Ameisen. Zum Glück haben nur recht wenige den Weg nach Innen gefunden, aber das war nur ein kleiner Trost bei dem Gedanken, dass ich da irgendwann auch raus muss. Vor Wut zerdrückte ich die Ameisen, die in meinem Zelt waren, packte so weit es ging alles zusammen und machte mich bereit zum Austreten. Bevor ich die Schleußen öffnete rüttelte ich kräftig am Zelt und schnickte so viele wie möglich von innen weg. Dann mit einem Satz nach draußen und nun wurde denen gezeigt wer der Herr dieses Zeltes ist. Dabei mussten einige ganz schön leiden, aber das war mir in dem Moment egal.

Nach der Befreiungsaktion meines Zeltes machte ich mir einen Kaffee und aß ein paar Kekse. Bruno hatte inzwischen auch fertig Gefrühstückt und kam zur Verabschiedung zu mir rüber. Kurz darauf war ich auch wieder "On the road again...".

Ich genoss die heutige Fahrt so sehr, dass ich die Einsamkeit und Weite der Mongolei zum pfeifen und singen... naja wohl doch eher jaulen, nutzte. Einfach schön zu wissen, dass niemend einen hört. Dann sah ich eine große Kamelherde am "Weißen See". Es hatte mich eher überrascht so weit im Norden Kamele anzutreffen. Wie ich aber später erfuhr, wurden die von der Wüste Gobi umgesiedelt, da es wohl in den letzten Jahren zu wenig Gras und Wasser in der Gobi gab.

In Darkhan angekommen machte ich mich als erstes auf die Suche nach einer Bank, wo ich T 200.000 abhob. Und dann gings endlich ins lang ersehnte Internet-Cafe, wo ich etwas mehr als 5 Stunden verbrachte, draußen war es eh viel zu heiß. So gegen 18:00 Uhr entschloss ich mich dann doch weiter zu fahren. Ein Auto hielt und zwei Mongolen sprachen mich daraus an. Es stellte sich heraus, dass der eine ein Lehrer war und hier an einer kleinen Schule deutsch und russisch unterrichtete. Er lud mich ein in einer Wohnung für russisch Lehrer zu übernachten, da die wegen der Sommerferien gerade leer stand. Dann half ich ihnen noch beim Ausladen neuer Möbel für die Schule, die gerade mit dem Zug aus China ankamen. Anschließend gingen wir zu viert Essen und ich bekam noch eine kleine Stadtführung. Die Gastfreundschaft war einfach unbeschreibbar.

Trip distance: 57.76 km
Time: 3:23:35
Altitude: 495 m

Total distance: 923 km
Total altitude: 7,748 m

Today's spending: 2000 Tugrik - internet
3150 Tugrik - bananas
1050 Tugrik - drinks and cookies
Total expense: 10450 Tugrik  

Hits: 1439

Da ich ja noch in Darkhan war, nutzte ich den Vormittag noch um einige Sachen zu erledigen. Ich wollte mein erstes Paket nach Deutschland schicken, mit Sachen die ich nicht mehr brauchte. Hierzu ging ich zur Post und nutzte das dortige Internt, bis Altangerel ( der deutsch Lehrer, vorbei kam. Dann machte ich das Paket fertig, leider hatte ich keinen CD-Brenner, sonst hätte ich gleich die ersten Bilder mitgeschickt. T 12600 hat mich das Paket verschicken gekostet, grob 8 Euro, das ist schon bitter. Ok, es waren ein paar Bücher drin und deshalb recht schwer, aber trotzdem. Anschließend gingen wir noch groß einkaufen, hier habe ich weitere T 16300 liegen gelassen. Jetzt bin ich zwar ausgestattet für 20 Tage, aber ich muss schauen, dass ich die nächsten Tage weniger ausgebe. Am Ende geb ich sonst in der Mongolei noch mehr aus als in Russland.

Nun wurde es aber höchste Zeit, dass ich mich auf mein Aluminiumross schwang. Um 14:30 kam ich erst weg, aber dank dem guten Lüftchen schafte ich doch noch über 70 km. Ich hatte mich nun doch entschlossen, nicht direkt nach Ulaan Baatar zu fahren, mit dem Wind wäre ich ohnehin in wenigen Tagen in China. Nein, es wäre einfach viel zu schade die Mongolei auf direktem Weg von Nord nach Süd zu durchqueren. Also fuhr ich jetzt einen großen Umweg über Erdenet, der dritt größten Stadt in der Mongolei. Von dort aus wollte ich dann mal schauen wie ich weiter fahre. Heute zeltete ich an einem kleinen Pfad der zu einem Kloster führte, welches ich nächsten Tag besuchen wollte.

Ein junger Reiter mit Hund kam an mein Zelt und fragte ob ich eine Kuh gesehen hätte, zumindest gab er mir dies mit seiner Gestik zu verstehen. Als ich dies verneinte, brachte er seine Hände an seine Augen wie eine Brille. Es dauerte etwas, dann verstand ich ein Fernglas... Wie gut das ich noch eines von meinem Vater mitgenommen hatte. Er bedankte sich und suchte damit die Gegend ab. Dann ritt er los und kam kurze Zeit später glücklich und winkend mit seiner Herde zurück.Ein junger Reiter mit Hund kam an mein Zelt und fragte ob ich eine Kuh gesehen haette, zumindest gab er mir dies mit seiner Gestik zu verstehen. Als ich dies verneinte, brachte er seine Haende an seine Augen wie eine Brille. Es dauerte etwas, dann verstand ich ein Fernglas... Wie gut das ich noch eines von meinem Vater mitgenommen hatte. Er bedankte sich und suchte damit die Gegend ab. Dann ritt er los und kam kurze Zeit spaeter gluecklich und winkend mit seiner Herde zurueck.

Trip distance: 76.10 km
Time: 3:47:35
Altitude: 494 m

Total distance: 999 km
Total altitude: 8,243 m

Today's spending: 1640 Tugrik - internet
12600 Tugrik - pakage
16300 Tugrik - food
3000 Tugrik - food
Total expense: 43990 Tugrik  

Hits: 1492

Mein bisher schlimmster Tag. Zuerst machte mir die sandige Piste zu schaffen, immer wieder blieb ich stecken. Damit kam ich aber bald gut zurecht. Doch nach ca. 15 km kam schon der erste richtige Tiefschlag, wieder einen Platten am Hinterrad. Beim genauen Anschauen des Mantels fiel mir auf, dass er voll mit kleinen Dornen war. Wärend ich die einzeln raus zupfe, graust es mich schon, wie das wohl weitergehen sollte. Ich war heute auf dem Weg nach Amerbayasgalant Khiid, ein Kloster abseits der Strasse nach Edernet. Und den Weg den ich nahm wurder immer wilder. Da ich mir nicht ganz sicher war ob ich auf dem richtigen Weg sei, fragte ich an einer Jurte nach, wo sie gerade dabei waren eine Stute zu melken. Dabei stellten sie das Fohlen direkt daneben, um der Mutter im glauben zu lassen, dass das Fohlen trinkt.

Inzwischen führte der Weg durch mannshohes Gras. Es dauerte nicht lange, da hatte ich schon wieder einen Platten. Mein Thermometer zeigte 49 Grad an... das machte keinen Spaß mehr und ich war fix und alle. Diesmal wechselte ich auch den Mantel und schnallte mir hinten auch den Nobby Nic wie vorne auf, in der Hoffnung, dass der besser sei. Ich machte mir aber dann doch zu viel Sorgen, denn ich hatte nur noch einen Flicken übrig, einen geflickten Schlauch und zwei kaputte plus die zwei die ich gerade nutzte. Als ich an einer Weggabelung am Fluss ankam, entschloss ich mich doch lieber umzukehren. Nach einer längeren Rast am Fluss, wo ich meine schon sehr knapp gewordenen Wasservorräte auffüllte und mir was zu essen machte, kerte ich auf einer recht guten Piste, die in die richtige Richtung zu führen schien um. Aber nicht bevor ich noch ein kurzes Bad im Fluss nahm, samt aller Klamotten und Schuhe legte ich mich ins Wasser. Bei der Hitze war ich eh sofort wieder trocken.

Die Entscheidung umzukehren, war auch sehr gut, denn nach einigen Kilometern hatte ich auch schon meinen ersten Platten am Vorderrad. So nun hatte ich keinen Erstatzschlauch mehr und es kam wie es kommen musste, 7 Kilometer bevor ich wieder die geteerte Strasse erreicht hätte, erneut einen Platten am Hinterreifen. Da war ich wirklich am Ende. Wie sollte ich nur durch die Wüste Gobi kommen, wenn ich hier schon scheiterte. Da es schon spät war und ich auch nicht noch meinen letzten Flicken auf dieser Piste verlieren wollte, schob ich die letzten 7 Kilometer mit immer mal wieder Stop um etwas Lutft in den Reifen zu pumpen. Total dreckig, verschwitzt und müde erreichte ich bei Dunkelheit die Strasse. Hier baute ich mein Zelt auf, wusch mich noch kurz am Fluss und wurde dabei von Mücken zerfleischt.

Trip distance: 68.83 km
Time: 6:38:52
Altitude: 522 m

Total distance: 1,068 km
Total altitude: 8,766 m

4th breakdown - flat Tyre on back wheel
5th breakdown - flat Tyre on back wheel
6th breakdown - flat Tyre on front wheel
7th breakdown - flat Tyre on back wheel  

Hits: 1471

Nun musste ich erst einen relativ guten Schlauch raussuchen, den ich dann mit meinem letzten Flicken reparierte. Danach machte ich mir etwas zu essen und entschloss mich den Tag nicht weiter zu fahren, sondern hier am Fluss auszuruhen. Ich erledigte die wichtigsten Sachen, wie Fahrrad putzen, Wäsche waschen, und legte mich dann in die Sonne. Gegen Mittag machte ich mir noch mal was zu essen und sprang für ein erfrischendes Bad in den Fluss. Vater und Sohn trieben ein paar Ziegen an den Fluss um sie zu waschen. Da die dies natürlich nicht freiwillig machen, versuchten sie sie zu fangen und ins Wasser zu zerren. Dabei versuchte ich etwas behilflich zu sein, stellte sich aber als schwerer heraus als ich dachte. War aber eine willkommene Abwechslung. Am Abend traf ich zwei deutsche Radfahrer, Britta und Jörg, die eine schöne Rundtour durch die Mongolei machten. Von denen bekam ich das wertvollste Geschenk, was ich mir gerade nur wünschen konnte... Flicken, viele Flicken. Sie selber waren mit dem Schwalbe Marathon XR unterwegs und hatten bisher keine Probleme. Die beiden fuhren weiter, sie wollten noch etwa 20 km fahren. Ich reparierte mit meinen neuen Flicken alle meine Schläuche und stellte dabei fest, dass die löchriger waren als ein schweizer Käse. Ich bemerkte auch, dass der Schlauch, den ich am Morgen geflickt hatte, auch noch ein kleines Loch hatte. Britta und Jörg waren meine Retter... nochmals Vielen Dank!

Today's spending: 1750 Tugrik - beer and tea
Total expense: 45740 Tugrik  

Hits: 1413

Der Wecker klingelte um 3 Uhr, da ich aber gestern noch mit ein paar jungen Mongolen aus Darkhan Vodka getrunken hatte, war ich einfach zu platt. 4 Uhr... immer noch nicht, aber um 5 Uhr raffte ich mich endlich auf. und fuhr zurück in Richtung Ulaan Baatar. Nach 20 km sah ich das Camp von Britta und Jörg. Ich stellte mein Rad ab und lief zu ihnen hinüber, um mich nochmals bei ihnen zu bedanken. Am Mittag trafen wir uns bei einer Rast wieder und fuhren ab da zusammen.

Trip distance: 123.80 km
Time: 6:58:07
Altitude: 900 m

Total distance: 1,192 km
Total altitude: 9,666 m

Today's spending: 600 Tugrik - patrol
3500 Tugrik - icecream, drinks, tea
Total expense: 49840 Tugrik  

Hits: 1492

Schon wieder Ameisen, leider hatte ich beim Zelt aufbauen nicht sehr gut den Boden abgesucht. Diesmal kamen die auch haufenweise in mein Zelt und krabelten sogar auf mir herum. Ich blieb erstaunlich ruhig und zerdrückte eine nach der anderen. Das dauerte aber viel zu lang und es kamen immer mehr. Also packte ich einfach alles nach für nach zusammen und befreite die Sachen einzeln. Das ganze dauerte eine Stunde, aber bis dahin waren Jörg und Britta auch wach und wir aßen erstmal etwas zum Frühstück. Ansonsten kämpften wir uns heute bei starkem Gegenwind weiter Richtung Ulaan Baatar, was wir am nächsten Tag erreichen sollten. Von einem LKW-Fahrer bekamen wir eine Flasche gegorene Stutenmilch geschenkt. Die genossen wir am Abend beim Essen. Sie schmeckte wie ein saurer Joguhrt mit etwas Kohlensäure... sehr erfrischend.

Trip distance: 96.66 km
Time: 7:08:27
Altitude: 1,272 m

Total distance: 1,288 km
Total altitude: 10,939 m

Today's expense: 4500 Tugrik - food, drinks, fruits
3800 Tugrik - food
Total expense: 58140 Tugrik  

Hits: 1422

Nur noch zwei 1500er Pässe lagen zwischen uns und Ulaan Baatar. Da wir heute wohl alle etwas platt waren, fuhren wir in einem recht ruhigem Tempo die Strasse entlang. Der starke Gegenwind flaute recht schnell ab und die Temperatur war auch sehr angenehm. Am Mittag erreichten wir Ulaan Baatar. Durch die Stadt zu fahren mit dem ganzen Verkehr war wirklich nicht angenehm. Wir fuhren zu dem Hotel bei dem Britta und Jörg Ihr Zimmer gebucht hatten. Typisch in Asien, es gab Probleme mit der Buchung von den beiden, aber nach langem Gespräch kam man zu einer Lösung. Ich konnte leider nicht in dem Hotel unterkommen, da es ausgebucht war und musste mich auf die Suche nach einem anderen machen. Ganz in der Nähe sahen wir ein Guesthouse bei dem ich nachfragte und Britta und Jörg waren so nett mich noch zu begleiten um auf mein Fahrrad aufzupassen. Leider gab es dort auch kein Platz mehr. Teilte mir aber noch mit, wo evtl. noch etwas frei war, sei auch nicht weit weg. Also verabschiedete ich mich von Britta und Jörg und fuhr zum nächsten Guesthouse, bei dem tatsächlich noch was frei war und es kostete gerade mal 4 Dollar die Nacht. Es gab hier eine Gemeinschaftsdusche und Küche... es war im Prinzip wie eine WG und die Leute sehr nett und jeder hatte tolle Sachen auf ihren Reisen erlebt. Am Abend ging ich mit Udo, Radfahrer aus Deutschland, und Roby, Backpacker aus Italien, chinesisch essen und dann noch ins Kino zu Transformers.

Trip distance: 57.18 km
Time: 3:17:08
Altitude: 384 m

Total distance: 1,345 km
Total altitude: 11,323 m

8th breakdown - flat Tyre on front wheel

Hits: 1477

Da die chinesiche Botschaft am Dienstag geschlossen hatte, konnte ich leider erst am Mittwoch mein Visum beantragen. Zusammen mit Roby ging ich gleich frühs um 8:30 Uhr zur Botschaft, die um 9:30 Uhr öffenete. Dort ging es recht schnell, Roby stellte sich in die Schlange, während ich so schnell wie möglich unsere beiden Unterlagen ausfüllte. Zahlen konnte man blöderweise nur in Dollar, also musste ich erstmal ein paar Dollar bei der Bank besorgen, da ich keine hatte. Doch bezahlt wird erst beim abholen des Passes. Die Ausstellung des Visums dauert eine Woche, so musste ich eben bis nächsten Mittwoch warten.

Die meiste Zeit verbrachte ich mit Roby, ein klasse Kerl und super Koch. Zweimal bereitete er ein leckeres indisches Gericht zu. Überhaupt verbrachten wir die meiste Zeit mit Essen. Und da Essen bekanntlich um so mehr spaß macht, je mehr Leute dabei sind, organisierte Roby öffters ein paar treffen, bei denen wir sehr gut und reichlich aßen. Meine Esskünste begeiserte jeden und wurde nur durch mein Budget gestoppt. Wenn Roby und ich ein größeres Budget hätten, würden alle Restaurants sich um uns schlagen.

Durch Roby lernte ich zwei tolle Internet-Communities kenn: hospitalityclub und couchsurfing. Dies ist eine große Gemeinschaft aus Reisenden und Reisebegeisterten, wobei diejenigen, die gerade nicht auf reisen sind, einen kostenlosen Schlafplatz den Reisenden anbieten können. So kann man ganz einfach mit Reisenden in kontakt kommen, die gerade in der nähe sind, Einheimische treffen und auch bei Einheimischen kostenlos übernachten... einfach genial. So lernten wir Midkhat kennen, ein russe, der lange in Australien lebte und dort auch noch arbeitet, aber über die Firma hier in Ulaanbaatar wohnt und arbeitet. Bei ihm konnten wir die nächsten Tage kostenlos übernachten. Wir müssen zwar auf dem Boden schlafen, aber das macht uns ja nichts aus.

Am Freitag gingen wir mit Midkhat und einigen seiner Freunde ins Oasis, einer schönen Bar/Disco. So bekamen wir einen ersten Eindruck von UBs Nachtleben. und Midkhat schien die halbe Stadt zu kennen. Am Samstag Abend kauften wir nach einem guten chinesichem Essen, Vodka und Oragensaft, setzten uns damit in einen Park und hatten einen genialen Abend. Witzig war, wir waren 6 Männer und eine Frau... einige junge mongolische Mädels kamen vorbei und schenkten Rima (unserer Dame) eine Blume. Da saßen die 6 Jungs mit langen Gesichtern da... und was ist mit uns??? Nach einigen lustigen Geschichten und drei Flaschen Vodka ging es dann weiter ins Oasis und dann ins Strings. Wobei hier musste Midkhat all seine Überredungskunst spielen lassen, da wir dorthin zwei Taxis brauchten und der Eintritt T 5000 kostete. Also scheiß der Hund aufs Budget und letz Fetz. Hatte sich aber auch gelohnt, es spielte eine klasse Liveband und Strings ist eigenltich eine Kopie des Hardrock Cafe. Um 5 Uhr frühs klingelte ich das Guesthouse wach, bei dem ich die letzte Nacht übernachtete und am nächsten Tag zu Midkhat umzog.

Von Serge gab es noch eine sehr nette Verabschiedung mit mehrmaliger Umarmung. Eigentlich wollte ich ihm noch beim Zusammenbauen seiner neuen Fahrräder helfen, aber dazu kam es leider nicht mehr. Dafür reperierten wir das kleine Motorrad für seinen Sohn und seinen Enkel. Die damit dann im Hof herum schossen.

Als ich bei Midkhat ankam, wurde die Tür von zwei Mädels geöffnet. Etwas verdutzt fragte ich ob Midkhat da wäre. Das war er auch, allerdings schlief er um inzwischen 14 Uhr immer noch. Die zwei kamen aus Belgien und kamen gerade erst in Ulaanbaatar an. Sie übernachten auch bei ihm. Bei Midkhat heißt es wirklich "My house is your house", einfach klasse. Am nächsten Tag fuhr Roby mit seinen Freunden in den Nord-Westen der Mongolei, wir werden uns hoffentlich in China wieder sehen. Abends gingen Midkhat, ich und die inzwischen vier belgischen Mädels in einen Irish Pub essen und danach noch mal ins Oasis. Die vier gingen früher heim und als wir um ca. 1 Uhr nachts auch heim gingen, standen wir vor von innen verschlossener Tür. Nach heftigen gegen die Tür donnern und aufwecken des ganzen Hauses, schafften wir es auch sie wach zu bekommen.

War schon irre... immer volles Haus bei Midkhat. Am nächsten Tag gingen die vier und dafür kamen sechs Polen. Die waren auch eine tolle Truppe, zusammen gingen wir etwas durch Ulaanbaatar und am Abend waren wir alle, mit Ylenia und Max aus Italien, chinesisch essen.

Die Zeit in UB war klasse, ich hab so viele nette Leute kennen gelernt. Es war zu keiner Zeit langweilig hier. Aber nun geht es wieder auf die Straße. Bis spätestens 21.08. muss ich an der Grenze zu China ankommen.

Spendings in UB: 24000 Tugrik - Guesthouse - 4000 per night
$ 30 - visa for China
8600 Tugrik - postcards
3000 Tugrik - cinema
163260 Tugrik - food, drinks, badges, internet... others

Total expense: 288000 Tugrik  

Hits: 1484

Um 8 Uhr klingelte der Wecker und dann ging es zur chinesischen Botschaft. Es ging eigentlich sehr schnell, als ich dran kam, nur leider war vor mir eine lange Schlange. Ich hatte ein 3 Monats Visum mit einmaliger Einreise bekommen und dafür 30 $ gezahlt. Nun ging ich zu Midkhats Wohnung zurück und bereitete alles für meine Abreise vor. Leider musste ich warten, bis er von der Arbeit zurück kam, da ich ihm den Schlüssel wieder geben musste. Ich bedankte mich bei ihm für die einfach nur geniale Zeit mit ihm und seinen Freunden. Dann saß ich um 13.30 Uhr endlich wieder auf meinem total überladenen Aluross. Alle meine Wasserbehälter waren rand voll.

Es tut mir wirklich sehr leid für euch, Britta und Jörg, aber ich hatte heute einen fantastischen Rückenwind. Ihr hattet mit dem Wind wirklich pech. Durch den Wind und die gute Straße schaffte ich sogar trotz des späten losfahrens 130,84 km. Der Wind war zudem noch recht kühl und mit dem Sonnenschein war es ein traumhafter Tag.

Trip distance: 130.84 km
Time: 5:17:27
Altitude: 859 m

Total distance: 1,476 km
Total altitude: 12,183 m  

Hits: 1423