Andi on Tour

Travel the world.

Die Vortsetzung von gestern... ein schöner Rückenwind trieb mich über die asphaltierte Strasse nach Choir. Meine Beine schmertzten noch etwas vom gestrigen Tag, wo ich den Wind richtig nutzte und kräftig in dei Pedale trat. Aus der grünen Steppe wurde langsam eine braune Sand und Steinwüste mit nur noch wenigen grünen Flächen. In Choir tankte ich wieder Wasser auf und zog mir ein paar längere Sachen an, zum Schutz vor der brütenden Sonne. Es war nicht eine einzige Wolke am Himmel. Nach der Stadt hörte auch bald die gute Strasse auf und ab jetzt ging es weiter auf einer Sandpiste. Für die zurück gelegte Strecke hatte ich zwei Tage eingeplant, wenn dies so weiter gehen sollte, würde die Gobi kein zu großes Problem werden. Ich wünschte ich hätte mich waschen können, meine Hände waren schwarz, meine Beine sandig und mein Gesicht salzig. Doch mir war mein Wasser einfach zu kostbar um es dafür zu verschwenden.

Trip distance: 157.67 km
Time: 7:49:46
Altitude: 619 m

Total distance: 1,634 km
Total altitude: 12,803 m

Today's spending: 4400 Tugrik - water, cookies, icecream
Total expense: 292400 Tugrik  

Hits: 1369

Ich stand zwar um 7 Uhr auf, brauchte aber etwas länger, bis ich losfuhr. Ohnehin wehte der Wind an diesem Tag aus der falschen Richtung und ich wollte den Schlauch des Hinterrades wechseln, da er ständig langsam Luft verlor. Ich bemerkte dies bereits in Ulaanbaatar, doch da er den Druck über 3 Tage recht gut behielt hatte ich ihn nicht früher gewechselt und als Panne zählte ich dies auch nicht.

Etwas später drehte der Wind und so hatte ich wenigstens Seiten- und nicht Gegenwind. Nach bereits 20 km machte ich in einem kleinen Dorf rast und aß zu Mittag. Meine Wasservorräte nahmen kaum ab, da ich sie bei jeder Möglichkeit sofort wieder auffüllte.

An vielen Stellen lagen Metallteile oder Stahlseile auf der Piste, die konnte man eigentlich gut umfahren, oder es machte auch nichts, wenn man mal darüber fuhr. Doch an einer Stelle, lag ein Stahlseil in Form einer Schlinge. Als ich über diese mit dem Vorderrad fuhr, bog sich die Schlinge nach oben und verfung sich mit meinen Kettenblättern. Sobald ich dies bemerkte, hörte ich zu treten auf und bremste ab. Doch leider zu langsam, ich wusste nicht, dass das Stahlseil an einem Strommasten befestigt war. So wurde ich also von dem abrupt zum Stehen gebracht und hatte große Mühe nicht zu stürzen. Als ich nach unten schaute und die Kettenblätter umschlungen von dem Stahlseil sah, grauste es mir schon... "Diesen Ruck hat doch bestimmt alles verbogen". Es war alles andere als einfach mein Fahrrad vom Seil zu befreien. Doch ein erster vorsichtiger drehversuch lies mich kräftig aufatmen...es war alles ok.

Überhaupt muss ich sagen ich bin begeistert wie gut das Fahrrad die Strapazen überstand. Ich meine ich fuhr zur Zeit mit absolut voller Montur, alle Wasservorräte waren komplett voll. Das Fahrrad wiegt bestimmt seine 80 kg und mit meinen 83 kg schoben sich hier 160 kg durch die Gobi. Bei der Wellblechpiste tat es mir jedesmal weh, wenn ich daran dachte was das für Belastungen sind, beim hüpfen von einer Welle auf die andere.

Am Abend sah ich einen LKW, dem sein Anhänger umgekippt war. Der neue Generator, den er geladen hatte, sah auch nicht mehr fit aus. Die zwei Fahrer lagen im Schatten ihres Fahrzeuges und gaben mir zeichen zu ihnen zu kommen. Ich fragte ob sie Hilfe bräuchten oder Wasser wollten, doch sie meinten sie müssten warten, bis ein Gutachter kommt und die Unfallstelle fotografiert. Nach dem sie mich ausgefragt hatten wo ich überall hinfahren würde, wurde der Vodka ausgepackt und etwas Essen geteilt. Dann fuhr ich gestärkt weiter... ich wollte noch meine 100 km voll bekommen.

Als ich mein Zelt aufgebaut hatte und mir gerade etwas zu essen gekocht hatte, kamen ein französiches Pärchen in ihrem 83 Jahre alten Citrön vorbei und gesellten sich zu mir. Sehr froh über die Gesellschaft, teilten wir unsere Vorräte. Elisabeth und Fabian fuhren mit ihrem Oldtimer von Peking nach Paris.

Trip distance: 100.58 km
Time: 6:42:09
Altitude: 350 m

Total distance: 1,734 km
Total altitude: 13,153 m

Today's spending: 4550 Tugrik - food, water, icecream
Total expense: 296950 Tugrik  

Hits: 1347

Ein kleines Frühstück, ein Fahrradcheck mit Kette putzen, Verabschiedung von Elisabeth und Fabian und es ging wieder weiter nach Süden. Die Hitze machte mir ganz schön zu schaffen. In der Hoffnung bald ein Dorf zu erreichen, kämpfte ich mich durch die sandige Piste. Erst nach 50 km sah ich ein paar Häuser. Komisch an diesem Dorf war, es war komplett eingezäunt und zwar auch mit Stacheldraht. Es hatte ein paar kleine Öffnungen für Fußgänger und eine größere für Autos. Zwei Mädchen fragte ich ob ich hier etwas zu essen kaufen könnte. Als sie dies nach etwas überlegen bejaten, wagte ich mich ins Dorf. Im Endeffekt gab es hier nichts, aber ich wurde von ein paar Chinesen, die hier an der Strasse arbeiteten, eingeladen. Nach der kleinen Stärkung und dem Kauf einer Tiefgefrorenen Cola, setzte ich mich nach draußen in den Schatten eines Hauses. Ich wollte einfach noch ein paar Stunden Pause machen, um die Mittagshitze zu überbrücken. Natürlich saß ich nicht lange alleine da, einige aus dem Dorf gesellten sich zu mir und ein Mongole wollte wieder mal mein Rad testen. Das dies wie immer mit einem Sturz aus ging, war mir ja inzwischen bekannt. Ich warnte sie immer vor, dass es verdammt schwer ist mit all dem Gepäck... half aber nichts.

Man muss mir wohl angesehen haben, dass ich sehr müde war und bot mir an mich in einem Haus schlafen zu legen. Ich lehnte das Angebot mehrmals ab, lies mich dann aber doch dazu übereden. Ich kam bei einem jungen Pärchen unter, das mir ihren Schlafplatz anbot. Da ich aber so dreckig war, meinte ich, dass ich mich besser direkt auf dem Boden legen würde. So ruhte ich mich aus und wollte um 15 Uhr wieder weiter ziehen, doch die beiden liesen mich nicht gehen bevor ich mit ihnen zusammen aß. So kam ich erst um 17:30 Uhr los, aber die Gastfreundschaft war einfach fantastisch. Ich bekam noch eine kleine Wäsche vor dem Haus und mir wurden die Familienfotos gezeigt. Ganz ohne irgendetwas zurück zu geben wollte ich aber nicht weiter fahren und schenkte ihnen mein Armband aus Tibet... ich konnte mich zwar nur schwer davon trennen, aber das war das mindeste was ich tun konnte für diese so herzliche Aufnahme und Versorgung.

Trip distance: 72.21 km
Time: 4:31:26
Altitude: 178 m

Total distance: 1,807 km
Total altitude: 13,331 m

Today's spending: 800 Tugrik - Cola
Total expense: 297750 Tugrik  

Hits: 1248

Diesmal schlichen zwei Hunde um mein Zelt als ich aufwachte. Was mir Sorgen machte war, dass sie direkt um mein Zelt im Kreis tigerten. Während ich im Zelt saß und darüber nachdachte was ich wohl nun am besten machen sollte, löste sich das Problem auf sehr witzige Weise. Am Vorabend hatte ich mir noch ein paar Nudeln gekocht und gab dazu noch die Suppe, die ich noch aus Russland hatte. Was aber keine Suppe war, sondern Brühe, bei der ein Esslöffel genügt hätte... ich natürlich das ganze Pack hinein (schlecht wenn man kein russisch kann). Raus kam ein total versalzenes Essen... macht sich besonders gut in der Wüste. Naja, ich aß trotzdem die hälfte (blieb ja schließlich Essen), und schüttete nur den Rest, den ich vor Durst wirklich nicht mehr packte, etwas abseits vom Zelt in den Sand. So, nun aber zurück zu den Hunden. Die hatten nach einer Weile die Reste meiner Kochkünste entdeckt und ich hörte wie sie sich darüber her machten (machte sich mit dem Sand bestimmt noch besser). Im nächsten Moment hörte ich zwei laut nach Wasser hechelnde Hunde in den Tümpel rennen, an dem ich Zeltete. Dann war nichts mehr von denen zu hören, das hatte denen den Rest für den Tag gegeben.

Saynshand erreichte ich recht bald, füllte meine Vorräte wieder auf und fuhr dann weg von der Hauptstrecke zum Kloster Khamryn Khiid. Zu diesem Abschnitt passt am besten: "Geschüttelt, nicht gerührt!". Diese sandige Wellblechpiste laugte mich komplett aus. Dazu kam nun schon wieder wie bei meiner letzten Tour zum Kloster... drei Platte durch Dornen. Ich weiß ja, dass der Weg zur Erleuchtung ein schwerer ist, aber verdammt ich möchte doch nur ein Kloster besuchen. Auf jedenfall, diesmal gab ich nicht auf und erreichte mein Ziel. Die Anstrengungen hatten sich aber gelohnt. Nicht speziell wegen dem Kloster, sondern wegen der tollen Landschaft. Ich weiß gar nicht wie ich sie am besten beschreiben soll. Es war ein ständiger wechsel aus Sanddünen, Steinwüste, Steppe und Felsen. Und dazu kam, dass egal in welche Richtung man schaute, nichts ausser dieser Landschaft zu sehen war. Auf der Hauptstrecke hat man immer noch die Stromleitungen und die Eisenbahn, hier nichts. Dann noch die unglaubliche Stille die in der Wüste herrscht und der Himmel, der sich Nachts in ein wunderschönes Sternenmeer wandelt. Dazu noch Musik aus dem MP3-Player und das Freiheitsgefühl kann einfach nicht perferkter sein.

Trip distance: 73.08 km
Time: 5:34:05
Altitude: 374 m

Total distance: 1,880 km
Total altitude: 13,706 m

Today's spending: 7100 Tugrik - food
2400 Tugrik - meal
Total expense: 307250 Tugrik

9th breakdown: flat Tyre on back wheel
10th breakdown: flat Tyre on front wheel
11th breakdown: flat Tyre on front wheel  

Hits: 1580

Der Rückweg vom Kloster klappte ohne Pannen und ich erreichte Saynshand um 10:30 Uhr bei brütender Hitze. Da waren die Tiefgefrorenen Wasserflaschen und Cola Flasche eine willkommene Erfrischung. Nach einer kurzen Pause ging es weiter in Richtung China. Diesmal wollte ich auf der Hauptstraße bleiben und folgte deshalb der breitesten Piste und die führte leider nicht den Schienen entlang. Wie sich später herausstellte war dies der Bau der neuen Verbindungsstrecke, die aber nicht an den Ort Urgun vorbei führte. Ich hatte zwar genug Wasser mit mir, aber ich hätte schon gerne in einem Restaurant etwas kleines zu mir genommen. An dieser Straße arbeiteten chinesen, die mich in ihr Lager aufgenommen und reichlich mit essen und trinken versorgt hatten. Hier konnte ich mich und auch meine Kleidung mal wieder waschen. Mein Zelt durfte ich in mitten ihrer großen Zelte aufstellen und sie wollten mich noch überreden erst einen Tag später weiter zu fahren.

Trip distance: 93.90 km
Time: 6:23:33
Altitude: 686 m

Total distance: 1,974 km
Total altitude: 14,393 m

Today's spending: 3650 Tugrik - food
Total expense: 310900 Tugrik  

Hits: 1263

Ich hatte mich doch überreden lassen noch einen Tag Pause einzulegen. Ich lag ohnehin sehr gut in der Zeit und hier wurde ich königlich versorgt. Ich bat als Gegenleistung meine Hilfe beim Straßenbau an, was sie ablehnten, aber ich konnte wenigstens helfen Benzin in der nächsten Stadt zu holen. Dies hieß wieder zurück nach Saynshand, aber diesmal im LKW. Ich kann wirklich nicht sagen was schlimmer war, die Strecke im LKW oder auf dem Fahrrad (ich denke im LKW). Auch der LKW wurde nicht von einem Platten verschont, aber dies ließen wir erst in der Stadt reperieren. Während dessen gingen wir chinesisch essen und füllten anschließend die Fässer. Erst am Abend kamen wir wieder im Lager an. Alle waren sehr neugierig auf meinen Reisepass und meine Landkarten. Sie boten mir sogar an, mich bis zur Grenze mit dem LKW zu fahren, aber das letzte Stück wollte ich nun auch noch mit dem Fahrrad fahren.  

Hits: 1270

Bevor ich das Lager verließ, bekam ich noch eine Mahlzeit für zwei und mein Rad wurde mit Wasserflaschen bepackt, wie es nur ging. So fuhr ich mit irren 33 Litern Wasser los. Wodurch jeder kleine Anstieg zu einer Qual wurde. Allgemein war die Fahrt heute sehr heftig, durch den starken Gegenwind kam ich nur sehr langsam voran. Mittags hatte ich wenigstens mit großer Mühe 50 km hinter mich gebracht und wurde bei der großen Hitze in einer Jurte eingeladen. Glücklich über den Schatten trank ich Tee und durfte mich eine Stunde hinlegen. Als ich weiterziehen wollte, schleckte den ihr Hund meine Beine ab, worüber sich das alte Pärchen köstlich amüsierte. Als ich den Hund dann noch streichelte, mussten sie ihn festhalten, damit er mir nicht auf meiner Reise folgte. Ich schleppte mich noch etwas weiter, schlug aber dann doch erschöpft mein Zelt auf.

Trip distance: 75,87 km
Time: 7:06:44
Altitude: 518 m

Total distance: 2,050 km
Total altitude: 14,911 m  

Hits: 1179

Ich wollte heute die Grenzstadt Zamyn Üüd erreichen und strengte mich dem entsprechend an. Doch meine Beine schmerzten, die schlechte Piste führte ständig auf und ab und ein nicht aufhörender Gegenwind machten mein Vorhaben alles andere als leicht. Bald beschloss ich nicht in die Stadt hinein zu fahren, sondern vor der Stadt noch eine Nacht zu campen. Vorräte hatte ich noch einige, die ich vor China noch aufbrauchen wollte. Am Ende des Tages hatte ich mir noch einen Platten am Hinterrad geholt. Hier waren abseits der Straße... ich meine Piste, wieder alles voll mit Dornen, so war es besser abzusteigen und zu schieben.

Nun war der zweite Abschnitt, die Mongolei, auch so gut wie abgeschlossen. Es war wirklich sehr hart, körperlich und für das Material eine große Herrausforderung, doch im Gegenzug wurde man mit einer fantastischen Landschaft belohnt, in der man immer wieder auf sehr nette und hilfsbereite Leute trifft. Ich bin sehr froh, dass ich die Gobi auch durchquert habe und mich nicht von all den negativen Geschichten hab abschrecken lassen. Einer erzählte mir von zwei Motorradfahrern, die die Gobi als den schlimmsten Teil ihrer Reise beschrieben. Ich empfand genau das Gegenteil, bisher war es der beste Teil und es war jeden Tropfen Schweiß und jeden Schmerz wehrt. Ab nächstem Jahr soll hier eine geteerte Straßen bis Ulaanbaatar durchführen. Dann wird es wohl sehr einfach werden, aber die Strecke verliert damit auch sehr viel von ihrem Reiz.

Trip distance: 71.33 km
Time: 6:10:13
Altitude: 348 m

Total distance: 2,121 km
Total altitude: 15,259 m

Today's spending: 2500 Tugrik - icecream, cookies, Cola
Total expense: 313400 Tugrik

Mongolia => 8,36 €/Day  

Hits: 1302