Andi on Tour

Travel the world.

Heute morgen um 7 Uhr Ortszeit bin ich in Irkutsk angekommen. Zwei Kollegen von Festo Irkutsk haben mich vom Bahnhof abgeholt und nach einer schoenen Dusche und einem leckeren Frühstück sitz ich nun gerade im Festo Brüro und darf das Internet benutzen. Soweit hat ja alles recht gut geklappt. Die schlepperei von meinem Gepäck war zwar schon sehr heftig in Esslingen und in Stuttgart, aber da hatte ich ja zum Glück noch Unterstützung. In Frankfurt musste ich dann zum ersten mal alles alleine schleppen. Bis auf staunende Blicke kam von den herumstehenden Leuten allerdings nichts, aber ich musste ja nur von Gleis 9 zum Gleis 19. Nun kam aber schon das erste Problem auf... Der Karton mit dem Fahrrad ging unmöglich in Zug nach Moskau. Alle Schaffner und sonstigen Bediensteten sprachen hier schon nur noch russisch (hatte gehofft ich hatte noch 1 Tag schonzeit). Sie machten mir verständlich ich solle doch den Inhalt einzeln mit rein nehmen und den Karton hierlassen. Hat soweit auch gut geklappt, mein Abteil war nun vollgestopft mit meinen Sachen und in Koblenz kam noch einer aus Minsk in mein Abteil. Der nahm es aber recht locker und war mir eine grosse Hilfe beim ausfüllen der Formulare an der Grenze, die nur auf kyrillisch waren.

Da ja nun das Fahrrad ausgepackt war dachte ich mir, dass es wohl am besten sei es in Moskau am Bahnhof komplett zusammen zu bauen und damit dann zum anderen Bahnhof zu fahren bzw. schieben. Das war denk ich auch die beste Entscheidung, hat alles bestens geklappt und ich kam gegen 12 Uhr Mittag am anderen Bahnhof an (hab dadurch auch gleich noch Transferkosten gespart). Nun stand ich bis abends halb 10 am Bahnhof und machte mir Sorgen ob die mich mit dem ausgepackten Fahrrad überhaupt mitnehmen würden. Ein Glück verging die Zeit recht schnell, da ich mit dem Vollbepackten Bike auffiel wie ein bunter Hund und ich so in viele Gespräche verwickelt wurde, bei denen ich nicht die hälfte verstanden hatte ... mein russisch ist einfach immer noch viel zu schlecht.

In die Transsib wurde ich dann auch gelassen, allerdings nicht ohne 100 Dollar für mein Fahrrad zu zahlen. Was hatt ich denn für eine Wahl und dafür bekam es auch ein ganzes Abteil für sich allein. Ansonsten nutzte ich die tagelange Zugfahrt mit lesen der ganzen Bücher die ich mit hatte und studieren der Karten. Die Zugfahrt an sich war zwar nicht schlecht, aber nach dem ersten Tag hatte ich eigentlich schon genug vom rumliegen und sitzen. Gestern hatte ich es schon garnicht mehr ausgehalten und wollt nur noch endlich hier ankommen. Meine Knochen schmerzten schon an Bewegungsmangel. Die Aussicht war schon sehr schön, aber die ganze Zeit aus dem Fenster starren ist halt doch nicht das gleiche wie draussen zu sein.

Heute werd ich noch ein bischen durch die Stadt geführt und wir wollen noch einen kleinen Ausflug an den Baikalsee machen. Ab morgen werde ich dann meine erste Radtour starten, aber ich bleibe noch bis Freitag hier in Irkutsk. Ich möchte vorallem noch klären, ob der Grenzübergang im Westen von Irkutsk (bei Mondy) zur Mongolei evtl. inzwischen offen ist. Dies soll eine traumhafte Strecke sein ohne jeglichen Verkehr und auch ohne Asphalt.

Vom Budget hab ich mich auch sehr gut gehalten, habe bis jetzt gerade mal 220 Rubel ausgegeben. Bis auf mein Fahrrad, was mich für den Transport 2700 Rubel gekostet hatte, dies hat meinen Budgetrahmen vorerst mal gesprengt, aber das sei ihm mal verziehn. Typisch... ich spar an allem wo es geht und mein Fahrrad lebt auf dickem Fuss ähh Rad.

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Nach dem mir Andre gestern die Stadt gezeigt hatte, traf ich mich am Abend wieder mit Eugenii. Zusammen mit Constantin und Dlesya fuhren wir zum Baikal um dort zu Abend zu Essen. Dlesya, die nun die Übersetzerin spielen musste brachte mir gleich noch ein paar wichtige russische Wörter bei. Das lokal hatte eine sehr schöne Lage direkt an der Mündung Baikal und Angara und es gab einen fantastischen Fisch zu essen. Es war ein sehr schöner Abend mit viel Vodka und Bier und natürlich viel Spass.
Heute fuhr ich mit nahezu volem Gepäck aus Irkutsk raus, dies sollte eine kleine Probefahrt werden. Da es aber in Strömen regnete war es gar nicht mal so einfach und der Verkehr in Irkutsk ist auch nicht gerade der angenehmste. Die heftigen schwarzen Wolken, die die LKWs ausstiessen machten das schnaufen noch zu einem Ringen nach Luft. Am Abend waren Eugenii, Andre und ich noch lecker mongolisch Essen.

Trip distance: 84.37 km
Time: 5:18:03
Altitude: 631 m
Total distance: 84 km
Total Altitude: 631 m
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Fürchterlich, ich musste bei strömenden Regen starten. Es kam noch zu einer herzlichen Verabschiedung von Eugenii. Ich bin ihm für seine unglaubliche Gastfreundschaft ewig dankbar, besser hätte ich mir einen Start in Irkutsk nicht wünschen können.
Den Weg den ich nehmen musste, war zum Großenteil wieder der gleiche wie Gestern. Der Regen war so heftig, dass sich schon richtige Flüsse auf den Strassen gebildet hatten. Es dauerte nicht lange, da war ich trotz Regenkleidung klatsch nass, durch Schweiss und den Duschen der vorbeirasenden LKWs. Und mein ständiges hoffen, dass es vielleicht doch noch aufhören würde zu regnen, erfüllte sich leider nicht. Kurz hinter Moty hatte ich einfach keine Lust mehr, war bei 17C total durchgefroren und baute an dem nächst besten Platz mein Zelt auf. Essen hatte ich mir keines gemacht, ich bin so schnell wie möglich ins Zelt und zog alle nassen Sachen aus. So sass ich dann nun nackt zusammen gekauert in einer Ecke des Zeltes und versuchte mich so etwas zu wärmen. Es regnete die ganze Nacht durch, erst so gegen 6 Uhr hörte es zum Glück endlich auf.

Trip distance: 61 km
Time:  
Altitude: 840 m
Total distance: 145 km
Total Altitude: 1471 m
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Meine Sachen waren natürlich immer noch ganz nass. Da es aber nicht mehr regnete, dachte ich sie trocknen am schnellste, wenn ich sie wieder anziehe. Mit dem überladenen Fahrrad kam ich einfach noch nicht so richtig zurecht. Meine Beine machten bei jedem kleinen Berg schnell schlapp. Ich hoffte, dass es bald besser werden würde. Ab Mittag schien dann die Sonne und als ich dann endlich den Baikal erspähen konnte ging es mit meiner Moral steil nach oben und ich lies mich auch nicht von meinem ersten Platten niederschlagen. Diese verdammten Scherben, die hier überall am Strassenrand lagen.
Gegen 19 Uhr fand ich einen traumhaften Platz zum Campen, dirket am See. Da hier schon alle Plätze vergeben waren, dachte ich wofür hasst du denn ein Staika? Und baute unter staunenden Blicken mein Zelt direkt auf den Steinstrand am Ufer auf. Ich lies den Abend entspannt mit einem leckeren Essen und einem Zitronentee ausklingen. Jetzt wusste ich wieder warum ich diese Reise machte!

Trip distance: 67.15 km
Time:  4:45:18
Altitude: 1099 m
Total distance: 212 km
Total Altitude: 2579 m
Hits: 2109

Da es am Morgen schon wieder geregnet hatte, beschloss ich einen Ruhetag einzu legen und nicht weiter zu fahren. Ab Mittag klarte es auch auf und die Sonne fing an zu scheinen. Mit zwei Kindern lies ich eineige Steine übers Wasser hüpfen. Später brachte ich mein Fahrrad wieder auf vordermann.
Zur der Zeit kam gerade eine große Familie aus dem europäischen Russland mit zwei Wagen an. Recht bald wurde ich zu ihnen in ihr Lager eingeladen. Der Vater war vor der Wiedervereinigung in Potsdam stationiert. Nach jedermenge Vodka, Fisch und viel Spass wachte ich am nächsten Morgen total fertig mit Kopfweh und einem neuen Armband mit zwei kleinen goldenen Schweinen am Arm auf. Und ich hab keinen blassen Schimmer wie der Abend ausing, geschweige denn wie ich überhaupt in mein Zelt kam... mal wieder typisch!

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Ein erfrischends Bad im Baikal half auch nur halbwegs. Dann gabs ein leckers Schaschlik Frühstück mit Salat gesponsort von der netten Familie. Dazu gabs natürlich wieder jedemenge Vodka, aber ich hatte nur einen Schluck runter bekommen. Nach dem ich allles zusammen gepackt hatte und einer herzlichen Verabschiedung machte ich mich wieder auf den Weg. Das Wetter war endlich traumhaft schön. Und ich kam trotz Kater doch recht gut voran. Wo ich an dem Abend campte gab es haufenweise Insekten und unzählige Mücken. Also wieder mal ohne Abendessen gleich ins Zelt verkriechen.
Trip distance: 71.62 km
Time: 4:05:17
Altitude: 632 m

Total distance: 284 km
Total Altitude: 3203 m

Hits: 1636

Diesen Morgen kam ich schon sehr früh aus den Federn. Und ohne Frühstück oder etwas zu trinken, hatte ich auch sehr schnell zusammen gepackt. Die Treiber waren wieder die Mücken. So kam ich aber sehr gut voran und bei traumhaften Wetter und immer wieder schönen Blicken auf den Baikal. Mittags machte ich dafür eine grosse Pause mit Suppe kochen direkt am Strassenrand. Da kamen mir fünf Radfahrer von Ulan-Ude entgegen. Die alten Herren und Damen sahen sehr rustikal aus und ihre Räder waren auch recht gut bepackt. Nach einem netten Plausch und ein paar Fotos zogen wir weiter unserer Wege. Am Abend fand ich wieder ein schönes Plätzchen direkt a Baikal... ohne Mücken! Nach einer kleinen freilicht Dusche und etwas zu essen, hieß es ruhen für den nächsten Tag.
Trip distance: 100.05 km
Time: 5:42:59
Altitude: 840 m

Total distance: 384 km
Total Altitude: 4043 m

Today's spending: 62 ruble - Pepsi + Lipton Ice Tee
Total expenses: 3723.52 ruble

Hits: 1535

Heute hatte alles bestens geklappt. Der Wind war zwar am Anfang gegen mich, dafür half er aber ungemein bei der zweiten hälfte des Tages. Durch den kalten Wind war die Sonne kaum zu spüren. An einer Raststelle hatte ich heute zum ersten mal was zu essen gekauft, war mit 80 Rubel auch recht günstig. Nacht dem Mahl durfte ich noch meinen schleichenden Plattfuss am Hinterrad reparieren, die zweite Panne bereits. Und dann hies es wieder campen, direkt an der Strasse, aber dafür neben einem Bach.
Trip distance: 107.38 km
Time: 5:44:29
Altitude: 434 m

Total distance: 491 km
Total altitude: 4477 m

Today's spending: 234 ruble - food and drinks
Total expenses: 3957.52 ruble

2nd breakdown: flat tyre on the backwheel

Hits: 1416

Am Vormittag kam ich sehr schnell und gut voran, trotz eines Regenschauers. Mittags gönnte ich mir wieder ein leckeres Essen. Kurz vor Ulan-Ude kam mir dann Jack auf seinem Fahrrad entgegen. Bereits aus großer Entfernung wunken wir uns zu und traten noch mal kräftig in die Pedale, aus Freude einen gleichgesinnten zu treffen. Jack kommt aus Taiwan und hat schon einige große Radtouren hinter sich, unter anderem auch eine durch Tibet. Jetzt ist er gerade von Peking nach Moskau unterwegs.
Als ich weiter fuhr zog ein heftiger Wind auf, leider von der Seite und nicht von hinten. Dieser Wind schob zwei dicke Regenwände direkt vor und hinter mir vorbei... was ein Glück. Als ich Ulan-Ude verließ, hielt ein Auto und eine junge Frau namens Svedlana gab mir ihre Handynr. und meinte ich solle sie Anrufen, wenn ich wieder nach Ulan-Ude zurück kommen würde... das wird wohl nicht in der nächsten Zeit sein. Etwas weiter hielt Sie schon wieder und zeigte mir einen Ort auf meiner Karte, den ich mir anschauen sollte. Sie wollte mich mit dem Auto dorthin fahren, aber ich wollte doch lieber mit dem Fahrrad fahren. Dieser kleine Abstecher nach Verkhnyaya Ivolga war aber ganz nett, dort war ein Buddistisches Kloster.

Trip distance: 113.31 km
Time: 6:54:52
Altitude: 656 m

Total distance: 605 km
Total altitude: 5134 m

Today's spending: 97 ruble - food
Total expenses: 4054.52 ruble

Hits: 2537

Ein traumhafter Morgen, die Sonne geht auf und es duftete nach Kreutern, die hier wuchsen. Schnell hatte ich alles zusammen gepackt und fuhr mit Rückenwind Gusinoozersk entgegen, wo ich nun seit 7 Nächten im freien mal in ein Hotel möchte. Die Strecke war wirklich sehr schön, weite Steppe, etwas Sandig und viele Grillen, Zikaden und Heuschrecken, hier und da ein paar Bäume und kleine Wälder. Ein unplanmäßigen Stop musste ich einlegen, da ich schon wieder einen Plattfuss am Hinterrad hatte. Diesmal schmiss ich das Schutzband zwischen Mantel und Schlauch raus, ich befürchtete es lag an dem, dass ich so oft einen Platten hatte.
Einen zweiten Stop legte ich so gegen halb eins ein um eine Kleinigkeit an einer Raststette zu essen. Um zwei ereichte ich dann mein Tagesziel. Kurz vorher wurde die gute Strasse etwas holperig. Nun machte ich mich auf die Suche nach einer Unterkunft. Nach einigem rumfragen, fand ich auch ein Hotel. Ich zahlte erst für eine Nacht, da ich kaum noch Geld hatte, eine Nacht kostete 350 Rubel. Nach einer Dusche und einer anstrengenden Handwäsche meiner kompletten Kleidung, half mir eine ältere Frau einen Geldautomaten zu finden. Hier hatte ich noch mal 1500 Rubel abgehoben. Ich dachte nicht, dass ich so viel noch brauchen würde, aber ich konnte ja an der Grenze einige Vorräte damit kaufen. Damit hatte ich nun wieder genug Geld um doch noch eine Nacht länger zu bleiben und mal zu entspannen. Leider gab es hier kein Internet-Cafe, ich hätte gerne mal wieder meine E-mails gelesen.

Trip distance: 59.32 km
Time: 3:16:33
Altitude: 284 m

Total distance: 664 km
Total altitude: 5418 m

Today's spending: 700 ruble - two nights hotel
329 ruble - food
Total expenses: 5083.52 ruble

3rd breakdown: flat Tyre on the back wheel

Hits: 1632